Inhalt/Klappentext:
Die Freiheit ist zu
kostbar, um sie aufzugeben.
Maddie hat genug vom digitalen Leben - viel zu viele sind
schon davon infiziert. Gemeinsam mit Justin hilft sie Jugendlichen, die sich
von der Digital School befreien wollen. Bei einer ihrer Aktionen wird Maddie jedoch
geschnappt und in eine Jugendstrafanstalt gesteckt. Isolationshaft und
Gehirnwäsche sind hier an der Tagesordnung und der Wille der meisten Insassen
wird schnell gebrochen. Maddie weiß, dass sie standhaft bleiben muss, wenn sie
das System besiegen will. Aber nach und nach zermürben die Haftbedingungen auch
sie. Um die Zeit im Gefängnis zu überstehen, braucht sie dringend die Hilfe
ihrer Freunde. Und einen Verbündeten unter den Aufsehern...
Der zweite Teil der futuristischen Jugendbuchreihe von Katy
Kacvinsky, der im Boje-Verlag erschien.
Erster Satz:
"Ich habe über hundert Online-Profile."
Cover:
Das Cover ist ähnlich dem ersten Teil. Es zeigt scheinbar
Maddie, die wie auch im ersten Teil schon verkabelt zu sein scheint. Die Farbe Blau
ruft dabei mehr nach Freiheit, als es im ersten Teil der Fall war und zeigt
auch schon ein wenig, die Willensstärke und den Drang nach Freiheit, der im
zweiten Teil im Vordergrund des Geschehens stehen wird. Ein hübsches Cover,
aber auch hier ist es nicht annähernd so künstlerisch und Freiheitsbetont, wie
bei der englischen Vorlage.
Charaktere:
Die Charaktere bleiben im Großen und Ganzen dieselben, wie
in Die Rebellion der Maddie Freeman,
allerdings lernt der Leser nun auch die bis dahin nur selten erwähnten Nebencharaktere
wie Clare, Pat oder auch Molly kennen. Bis dahin waren sie Randfiguren, die ab und zu
einmal die Zweisamkeit von Justin und Maddie störten, doch in diesem Band,
bekommen sie immer mehr eine zentrale Rolle im gesamten Geschehen. Im
Mittelpart des Buches ist Maddie hauptsächlich auf sich alleine gestellt und
die Zeit im Center bringt sie sichtbar an ihre Grenzen. In dieser Zeit erlebt
man ein anderes Bild, einen neuen Charakterzug, an ihr. Sie versucht zum ersten
Mal alleine zu kämpfen, versucht starkt zu sein und wächst dabei über sich
selber hinaus. Mir gefällt diese Entwicklung gerade, weil sie im ersten Teil
immer nur an Justin klebte, seinen Worten folgte, ohne tatsächlich darüber
nachzudenken. In der Zeit im Gefängnis, hat sie zum ersten Mal die Zeit,
nachzudenken, über ihre Entscheidungen und ihre Sicht auf die Dinge. Und
plötzlich ist sie nicht mehr nur der Mitläufer, sondern entwickelt sich zu
einer Rebellin und sogar zu einer Anführerin.
Einen neuen Charakter den ich noch nennen möchte ist Gabe.
Er arbeitet im Center und wird auch zu einer zentralen Person. Er hilft Maddie
nicht nur dabei, Kontakt zu ihren Freunden aufzunehmen, sondern stellt sich
letztendlich gegen alles was er hatte und kämpft mit ihr Seite an Seite. Diese
Stärke und Fröhlichkeit, die er sich in all der Zeit beibehalten hat, empfinde
ich als unglaublich beeindruckend.
Meine Meinung:
Eine brillante Fortsetzung zum ersten Teil. Ich war ja immer
der Meinung, die zweiten Teile in Trilogien, sind immer am uninteressantesten,
weil sie die Brücke zwischen der Einführung und dem Start der Geschichte und
dem großen, gigantischen Finale am Ende des dritten Teils sind. Das heißt, im Grunde
haben sie kaum eine Bedeutung für die gesamte Story und sind nur Zeitschieber
und Zwischensätze im Gesamtbild einer Rede (an dieser Stelle: liebe Grüße an
meine Lehrerin im Deutsch-Leistungskurs, weil wir gerade das Thema Rhetorik
behandeln).Allerdings wurde diese ganze Logik über den Haufen geworfen,
zumindest bei dieser Trilogie. Die Zeit im Umerziehungscenter, wie die Jugendstrafanstalten
genannt werden, finde ich überragend geschildert. Zum ersten Mal im Laufe der
Bücher, ist die Protagonistin auf sich allein gestellt und denkt über ihr
Verhalten, ihre Entscheidungen und über die Prioritäten nach, die sie in ihrem
Leben gesetzt hat. Zum ersten Mal versteht sie, wofür sie eigentlich kämpft und
was das nicht nur für sie, sondern auch alle andere Beteiligten bedeutet. Der
Leser bekommt aber auch neue Details über die Politik im Land und über die
Rebellion und ihre Anhänger. Katie Kacvinsky zeigt uns plötzlich auch die
dunkle Seite der Technologie auf, die im ersten Band zwar angedeutet war, aber
nie so brutal zugeschlagen hatte. Die Protagonistin begreift dabei immer mehr,
dass nicht nur die Familie zählt, sondern wie viel auch Freunde bewirken
können, wenn man sie braucht. Und das Liebe und Freundschaft manchmal einfach
heißt, jemanden einen bestimmten Weg gehen zu lassen, auch wenn dieser
aussichtslos erscheint. Justins Rolle empfinde ich in diesem Teil als sehr viel
tiefgründiger als im vorherigen Band. Er ist auf einmal nicht mehr nur der
heiße Rebellenanführer, sondern man Blickt hinter die coole Fassade und erfährt, was ihn zu diesem rational denkenden Menschen
gemacht hat. Wie seine eigene Vergangenheit ihn noch immer verfolgt und ihn angreifbar
und verletzlich macht. Der Leser merkt aber auch, wie er immer mehr versucht
sich auf Maddie einzulassen und ihr seine Welt immer weiter eröffnet.
Das Buch hat sehr emotionale Stellen, wo der Leser immer
wieder spürt, was Familienbände ausmachen. So bleibt Maddie auch am Ende des
Buches immer noch hin und her gerissen, zwischen ihrer Familie und ihren Freunden. Fesselnd und ergreifend
ist aber auch das Ende, indem einfach Verlust und Liebe Hand in Hand gehen und
viele Charaktere zum verzweifeln gebracht werden. Diese Buchreihe fungiert
sowohl als gesellschaftskritischer Roman und hinterfragt gleichzeitig die
totale Abhängigkeit von der Technologie.
Mitreißend und
gefühlvoll... Spannend und energiegeladen. Dieses Buch hat mich noch mehr in
die Welt von Maddie und Justin schlittern lassen und mir wieder einmal bewiesen, dass es immer noch
großartige Bücherreihen, mit großartigen zweiten Teilen und noch großartigeren
Geschichten gibt. Ich bin ein bekennender Maddie Freeman -Fan und hoffe, dass
es in unserer Gesellschaft niemals so weit kommen wird, wie es in dieser futuristischen
Welt der Digital School der Fall ist.
Lieblingszitate:
"Jeder Widerstand hat seine Grenzen. Damit hatte er recht. Ein einzelner Mensch kann nicht endlos kämpfen. Er lässt sich ziemlich schnell in die Knie zwingen. Aber wenn mehrere Personen ihre Kräfte bündeln, sind sie wie eine Mauer, die aus Hoffnung gebaut ist. Und Hoffnung lässt sich nicht eindämmen."
"Anscheinend hatte ich dicher am Abgrund gestanden, als mir bewusste gewesen war. Ich hatte monatelang vermieden, darüber nachzudenken, und meine Freunde hatten mich dabei unterstützt. Sie hatten mir geholfen, nur Stärke, Mut und Liebe zu sehen. Bloß deshalb hatte ich durchgehalten. Ich hatte kein einziges Mal in die tödliche Tiefe geschaut, wo die Verzweiflung auf mich wartete, weil meine Freunde mich gezwungen hatten, den Blick nach oben zu richten."
Fazit:
Eine gekonnte Weiterführung. Ergreifend, stark,
hinterfragend und begeisternd. Katie Kacvinsky hat ihren ersten Teil der Maddie
Freeman - Reihe selber übertrumpft, indem sie Maddie - Der Widerstand geht
weiter geschrieben hat.
Ich warte nun schon seit anderthalb Jahren sehnsüchtig auf den dritten und letzten Teil und hoffe, dass ich ihn bald in meinen Händen halten werde.
Danke, für dieses atemberaubende Buch und dieses großartige Finale, dieses zweiten Teils.
Ich warte nun schon seit anderthalb Jahren sehnsüchtig auf den dritten und letzten Teil und hoffe, dass ich ihn bald in meinen Händen halten werde.
Danke, für dieses atemberaubende Buch und dieses großartige Finale, dieses zweiten Teils.
Mehr als verdiente fünf Sterne.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen